Im Dazwischen liegt Kraft
Ein Raum öffnet sich,
kein Ziel, nur der nächste Schritt,
ich atme Weite
Veränderung beginnt oft nicht mit einem klaren Schnitt, sondern mit einer leisen Irritation. Etwas fühlt sich nicht mehr stimmig an, das Vertraute wirkt eng, der Alltag verliert an Farbe. Dieses Gefühl ist unbequem, weil es uns weder festhält noch schon nach vorne trägt. Es ist die Schwebe – ein Raum, in dem wir noch nicht wissen, wohin die Reise geht.
Dieser Schwebezustand wirkt auf viele beängstigend. Manchmal wie ein Ersticken. Wir sehnen uns nach Klarheit, nach festen Umrissen. Doch die Erfahrung zeigt: Im Ungefähren liegt bisweilen eine besondere Schönheit. In meinen Bildern bewegen sich Figuren in Zwischenzonen, ihre Konturen lösen sich auf, Farben überlagern sich, Horizonte öffnen sich ohne feste Linien. Es sind Gestalten, die unterwegs sind, tastend, aber kraftvoll.
Das Dazwischen ist kein Fehler im Lebensplan. Es ist eine Weite, in der wir durchatmen können. Wer bereit ist, in diesem offenen Raum zu verweilen, sich neugierig darin zu bewegen, entdeckt, dass dort innere Klarheit wächst. Alte Bindungen lösen sich, neue Möglichkeiten zeigen sich. Aus der Unsicherheit entsteht Beweglichkeit.
So wie eine Figur in Bewegung ihre Form verändert, so formen auch wir uns selbst neu, wenn wir uns dem Übergang hingeben. Wir treten ein in eine Phase des Entstehens, in der wir nicht verloren sind, sondern frei.
Meine Kernbotschaft: Das Dazwischen ist keine Lücke, sondern ein offener Raum. Wer ihn zulässt, erfährt Weite und schöpft neue Kraft.